Im Herbst kann es vorkommen, dass uns die sonst dämmerungs- und nachatktiven Igel tagsüber über den Weg laufen. Das ist zwar untypisch, jedoch besteht nicht in jedem Fall Grund zur Sorge. Etwas genauer hinzuschauen lohnt sich allerdings!
Igelmütter haben im August und September ihren Nachwuchs bekommen. Die Jungtiere müssen schnell selbstständig werden und sich genügend Speck anfressen, um den Winterschlaf zu überleben. Dafür benötigen sie ein Körpergewicht von rund 600 g. Um gut gepolstert zu sein, gehen sie daher auch manchmal tagsüber auf Futtersuche. Findet man im Herbst einen Igel, kann man also schon anhand seines Körpergewichts entscheiden, ob er Hilfe benötigt.
Bei weniger als 300 g, sollte das Tier nicht im Freien gelassen werden. Bitte Handschuhe tragen! Zur Erstunterbringung genügt ein Pappkarton. Danach sollte die nächste Igelauffangstation zu Rate gezogen werden. Informationen unter: www.pro-igel.de
Bei einem Körpergewicht von 300 – 500 g ist Zufüttern mittels Katzennassfutter, hartgekochten Eiern oder Futterinsekten möglich. Bitte keine Milch geben, da dies zu Durchfall und sogar zum Tod führen kann! Auch keine selbstgefangenen Schnecken und Würmer füttern. Sie können Infektionen verursachen, die ein geschwächtes Tier nicht verkraftet.
Sichere Anzeichen dafür, dass ein Igel Hilfe benötigt sind: abgemagerter Körper, eingefallene Seiten, Röcheln, Husten, sichtbare Verletzungen oder Madenbefall. In solchen Fällen ist dringend eine Igelauffangstation oder ein Tierarzt zu kontaktieren! Wiegt der Igel genug und macht auch sonst optisch einen fitten Eindruck, kann man ihn bedenkenlos seiner Wege ziehen lassen.
Wer sich generell für Igel einsetzen möchte, kann dies durch das Eindämmen von Gefahrenquellen und einen igelfreundlichen Garten tun- z. B. Mähroboter nicht nach der Dämmerung fahren lassen und ausreichend Unterschlupfe in Form von Hecken oder Laub- oder Totholzhaufen belassen.


