Dem Biber auf der Spur

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts war der Biber aufgrund von Bejagung für sein Fell, Fleisch und Bibergeil aus der Oberlausitz vollständig verschwunden. Erst durch die strenge Unterschutzstellung nach dem Bundesnaturschutzgesetz wurde den Tieren die Rückkehr in die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft wieder ermöglicht. Im Jahr 2011 wurden Biber erstmals wieder bei uns in der Region gesichtet. Die Ausbreitung entlang von Gewässern, dem hauptsächlichem Lebensraum der Tiere, nimmt seither ihren Lauf.

Biber sind faszinierende Säugetiere: Entgegen des früher weit verbreiteten Irrglaubens, sie fräßen Fisch, ernähren sie sich rein vegetarisch – nur von Pflanzen. Ihre starken Schneidezähne dienen ihnen dabei als wichtiges Werkzeug. Beeindruckend ist dabei, dass diese ein Leben lang wachsen und durch stetes Nagen am Holz, natürlich getrimmt und geschärft werden!

Doch der Biber und seine Verbreitung gilt mancherorts auch als umstritten. Besonders in der Land- und Fischereiwirtschaft sorgt er immer wieder für Konflikte, etwa wenn Ackerland durch das Anstauen von Fließgewässern überschwemmt oder Teichdämme untergraben werden. Umso wichtiger ist es zu wissen, wo und wie sie sich verbreiten, um ihr Vorkommen und ihre Ausbreitung zu dokumentieren, Konfliktpotentiale frühzeitig zu erkennen und das Miteinander zwischen Biber und Mensch aktiv und zielführend für beide Seiten zu gestalten.

Aus diesem Grund sucht der Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz e. V. seit 2024 im Landkreis Bautzen nach Biberrevieren oder Hinweisen darauf. Wer Biberspuren (z.B. Fraßkegel, Burg, Damm oder „Biberrutsche“) gesehen hat, kann diese über ein Online-Formular unter: www.naturzentrale-bautzen.de/mitmachen/biber melden oder sich per E-Mail unter biber-bautzen@vogelschutzwarte-neschwitz.de an den Förderverein wenden. Weitere Infos dazu können Sie der Webseite der Naturzentrale entnehmen. Wir freuen uns über Ihre Mithilfe!

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