Beginn des Singvogelmonitorings am Holschaer Teich

Jedes Jahr, im Zeitraum von Mai bis August, findet das Integrierte Singvogelmonitoring, kurz IMS, statt. Es ist ein seit 1998 etabliertes bundesweites Beringungsprogramm zur Bestandskontrolle der Singvogelpopulation. Aktuell gibt es rund 50 IMS-Fangplätze.

Seit 2018 beteiligt sich der Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz e. V. an diesem Monitoringprogramm, bei dem durch Netzfang und Beringung von Singvögeln die Entwicklung der Bestände sowie ihre Fortpflanzungs- und Überlebensraten ermittelt werden. Dazu werden an 12 Terminen je Fangsaison, 14 Bodennetze und zwei Hochnetze auf einer Fläche von zirka drei Hektar gespannt. Ab Sonnenaufgang werden die damit gefangenen Vögel bei sechs Kontrollgängen aus den Netzen entnommen und hinsichtlich ihrer Merkmale wie Art, Geschlecht, Gewicht und Flügelmaße untersucht. Anschließend bekommen sie einen Ring ans Bein und werden wieder in die Freiheit entlassen.

Der erste Fangtag am 05.05. war ein gelungener Start. Trotz leichtem Nieselregen landeten insgesamt 43 Vögel in den Netzen. Der Großteil davon (35) wurde neu beringt. 8 Vögel trugen schon Ringe aus den Vorjahren. Die höchste Aktivität an den Netzen war zwischen 6 und 8 Uhr. In den frühen Morgenstunden ist immer am meisten los. Aus diesem Grund beginnt der Vogelfang auch schon bei Sonnenaufgang.

Insgesamt gingen 14 verschiedene Arten ins Netz, darunter typische Schilfbewohner wie Rohrammer, Teichrohrsänger und Drosselrohrsänger. Aber auch Garten-, Mönchsgrasmücke sowie Blau- und Kohlmeise waren darunter.

Ein besonderer Fang war ein Amselweibchen, das 2022 als Jungvogel in den Netzen landete und beringt wurde. Nun scheint sie selbst in der Nähe des Fangplatzes zu brüten. Das verriet der sogenannte „Brutfleck“ – eine federfreie Stelle am Bauch, welche sich zur Brutzeit ausbildet und für eine verbesserte Temperaturregulierung des Geleges sorgt.

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